Trip Review Thailand – Teil 4: Aeroflot Business Class von Moskau nach Seoul

Nur rund 400€ hat uns dieser Business Class Flug auf der Boeing 777 von Aeroflot nach Seoul inklusive dem Zubringer von Warschau gekostet. Ein echtes Schnäppchen, um das wir eine ganze Urlaubsreise konstruiert haben.
Dass uns dieser Flug einen Zwischenstopp in Novosibirsk bescheren sollte, ahnten wir zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht.

09.02.2019 // SU250 // 21:00 – 11:30 Uhr // Aeroflot // Moskau (SVO) – Seoul (ICN) // Boeing 777 // Business Class

So richtig warm werde ich mit dem Flughafen Scheremetjewo werde ich irgenwie nicht. Nicht, dass es irgendetwas großes zu bemängeln gäbe, aber Wohlfühlatmosphäre kommt halt nicht auf.

Genauso geht es mir bei den Lounges. Auch dieses Mal ging es in die Aeroflot Moscow Lounge. Doch während wir beim letzen Mal im Erdgeschoss verweilten, wurden wir diesmal in die obere Etage gelotst. Grund wird vermutlich darin liegen, dass wir zuletzt dort mit Priority Pass waren und diesmal halt ein Business Class Ticket hatten.

Leider war es wieder so voll, dass es kaum Gelegenheiten für Fotos gab und so entschlossen wir uns, die Zeit möglichst zügig verstreichen zu lassen, indem wir es uns im Massage-Sessel gemütlich machten und eine Runde auf der Spielekonsole zockten.

Boarding

Unser Flug sollte von Gate 22 abgehen, welches sich genauso im Terminal D befindet, wie die Moscow Lounge. Daher machten wir uns auch erst nach Boarding-Beginn auf zum Gate.

Das Gate war dann doch ein paar Meter entfernt, aber, wie der Zufall es so will, direkt im Bereich der Gates von denen wir im letzten Sommer zurück nach Düsseldorf geflogen sind.

Priority Boarding klappt bei Aeroflot sehr gut, so dass wir erneut ohne größere Wartezeiten an Board gehen konnten.

Von der Crew wurden wir begrüßt und uns unsere Plätze gezeigt. Als Predeparture-Drink gab es wieder Sekt, Saft und Wasser zur Auswahl.

Kabine und Sitz

Wir hatten Glück, denn unser Flug wurde mit einer Boeing 777-300ER durchgeführt. Im Wechsel kommt auch ein Airbus A330 zum Einsatz, den ich normalerweise vorziehen würde, in dem konkreten Fall mit Aeroflott ist die 777 jedoch die bessere Wahl.

Die Boeing 777 hat 30 Business Class Sitze, 48 in der Premium Economy und eine Economy Class von 324 Sitzen.

Die 30 Business Class Sitze sind in einer 2-2-2-Konfiguration angeordnet und lassen sich alle in ein flaches Bett verwandeln. Für Alleinreisende ist die 2-2-2 Konfiguration natürlich etwas gewöhnungsbedürftig. Als Paar ist solch eine Konfiguration natürlich perfekt.

Wir saßen auf diesem Flug auf 3A und 3C.

Amenity Kit

Das Amenitiy Kit besteht aus einigen Basic-Amenities wie Schlafmaske, Zahnbürste und Zahnpasta, Kamm, Kugelschreiber und einem Schuhanzieher (!).

Dazu gab es noch ein paar L’Occitane Pflegeprodukte.

Essen und Getränke

Das Business Class Menü von Aeroflot wird in der Regel schon einige Wochen vorher veröffentlicht (Aeroflot Business Class Menu). So konnten wir uns bereits vorab über die Auswahl bei diesem Flug informieren,

Auf diesem Flug gab es als Amuse Bouche Birne mit Gorngonzola Käse und Bresaola.

Als Vorspeise gab es dann zwar nur eine Option, aber die passte hervorragend für uns:
Lachs, Seehecht, Jakobsmuschel, roter Kaviar, Gemüse und Frischkäse mit Anchovis.

Eher unspektakulär war die Auswahl Hauptgerichte sowohl in Bezug auf Geschmack als auch was die Präsentation anging:

  • Rindfleisch mit Paprika und Pilzen (meine Wahl)
  • Seebarsch mit Fregola Pasta, Kirschtomaten und Spargel (hat meine Frau gewählt)
  • Als vegetarische Option: Pasta mit Gemüse und Tomatensoße
  • Zusätzlich auf diesem Flug noch ein koreanisches Set

Die Auswahl fiel schwer, weil so gar nichts 100% passte. Ein typisch russisches Gericht wäre super gewesen und auch das koreanische Set hätte was gehabt, wenn Aal nicht ein Hauptbestandteil gewesen wäre. Ich war dann kurz davor das vegetarische Gericht zu wählen, doch Pasta mit Erbsen wollte ich dann doch nicht haben und so ist es doch unspektakulär das Beef geworden.

Den Nachtisch (Vanille-Eis oder Mandel-Kuchen) haben wir dann ausgelassen und stattdessen bis zum zweiten Service gewartet, der auf diesem Flug aus einer Käseplatte und einem Omelette mit Bechamelsoße bestand.

Die Getränkeauswahl war identisch wie auf dem Zubringerflug. Allerdings gab es nun auch diverse Signature Cocktails zur Auswahl.

Als Champagner wurde Ayala serviert.

Inflight-Entertainment

Ich hab tatsächlich Defizite was das Inflight-Entertainment bei Business Class Flügen angeht (Es wird auf dieser Reise definitiv besser!).

Denn außer der Flightmap habe ich mich auch diesmal nicht für das Programm interessiert. Das lag in dem Fall aber leider mal wieder daran, dass es nach dem Essen mal wieder nicht einmal mehr dafür gereicht hat, den Sitz in die Liege-Position bis meine Augen zugefallen sind.

Als ich das nächste Mal meine Augen aufmachte, war das Kabinen-Licht an. Vermutlich der Grund warum ich wach geworden bin. Ich sah das als guten Zeitpunkt an, meinen Sitz in Liege-Position zu bringen, worauf die Flugbegleiterin kräftig intervenierte und mir anzeigte, dass wir im Sinkflug sind. In meinem Kopf kreiste in dem Moment der Gedanke „Das glaube ich nicht“.

Nach wenigen Sekunden habe ich dann aber gemerkt, dass in der Kabine etwas anders war. Die Sitze 2D und 2G waren mit Passagieren besetzt, die dort vorher nicht saßen und ich erkundigte mich, ob wir einen medizinischen Notfall an Bord haben.

Was folgte waren gefühlte 5 Minuten, in denen ich versucht habe meine Frau zu wecken und sie ebenfalls in die aufrechte Position zu bringen.

Ich machte daraufhin die Flightmap auf und stellte fest, dass wir uns auf Kurs Novosibirsk befanden. Kurz darauf kam dann auch die Bestätigung aus dem Cockpit. Novosibirsk mit 35 Grad klingt jetzt nicht so spannend, wenn man gerade auf dem Weg nach Thailand ist und keine Jacke dabei hat.

Doch bei der Zwischenlandung ging nur die Patientin samt Begleiter von Bord und nach polizeilicher Aufnahme, bei der kurioserweise meine russisch sprechende Frau zwischen russischer Polizistin und russischem Crew-Member vermittelt hat (ich weiß bis heute nicht, was und warum), konnten wir mitten in der Nacht von Novosibirsk unsere Reise nach Seoul fortsetzen.

Was ich etwas befremdlich fand, dass die Purserin während des kompletten Medicals so dermaßen nicht präsent war. Das habe ich bisher anders erlebt.

Fazit

Nach dem GoAround mit Lufthansa in Warschau nun ein ungeplanter Zwischenstopp in Novosibirsk. Diese Reise hatte schon jetzt einiges zu bieten.

Aber darum sollte es in diesem Fazit gar nicht gehen. Aeroflot bietet in der Business Class der Boeing 777 ein solides Produkt mit ordentlichem Sitz, wenn man als Paar reist. Während die Weinkarte und anderen alkoholischen Getränke wirklich was zu bieten haben, besteht beim Essen durchaus noch Potential nach oben.

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